Allergie

Sicher haben Sie es auch schon festgestellt, dass die allergisch bedingten Erkrankungen sowohl bei uns Menschen als auch bei unseren Haustieren in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund rücken. Dafür wird die zunehmende Urbanisation unserer Welt verantwortlich gemacht.

Ca. 3 bis 5 % unserer Hunde und Katzen leiden unter Allergie.

 

Was sind Allergien?

Allergien sind variable Krankheiten. Dabei handelt es sich um eine überschießende Reaktion des Immunsystems, die sehr unterschiedlich verlaufen kann. Je nach dem, welchen Verlauf die allergische Reaktion im Körper nimmt, sind unterschiedliche Organsysteme betroffen. Das Allergieorgan Nr. 1 bei unseren Haustieren ist die Haut, das wichtigste Symptom dabei ist meistens Juckreiz, aber chronische Ohrenentzündungen, Tränenfluß mit Bindehautrötung, Analbeutelprobleme, Durchfall und Atemwegsbeschwerden können genauso eine Allergie als Ursache haben.

 

Woran erkennt man Allergien?

Allergien entwickeln sich meist erst nach dem Welpenalter. Junge erwachsene Tiere im Alter von 1 – 3 Jahren sind am häufigsten betroffen, doch auch noch bei älteren Tieren können Allergien auftreten.

Das erste auffällige Symptom ist in der Regel Juckreiz. Fellveränderungen mit Hautrötungen werden oft im Gesicht, an den Zehen und im Achselbereich festgestellt.

Erste Hinweise für die Ursache können Zeitpunkt und Ort des Auftretens sein. Sind die Symptome im Frühling und Sommer beim Spazierengehen am stärksten, können Pollen der Grund sein. Im Zusammenhang mit der Fütterung ist eine Futtermittelallergie möglich. Im Haus können Hausstaubmilben oder Einrichtungsmaterialien die Ursache sein. Treten Hautveränderungen am Rücken auf, sollten Flohbisse als Allergieursache abgeklärt werden.

Eine gründliche Analyse der Lebensumstände ist der Einstieg in die Allergiediagnostik.

 

Sonderfall Futtermittelallergie

Futtermittelallergie ist eine schwierig zu diagnostizierende Erkrankung. Das liegt daran, dass das Immunsystem des Darmes auf sehr viele Art und Weise auf potentielle Allergene reagieren kann. Deswegen kann man zur Zeit die Diagnose Futtermittelallergie nur an Hand einer sogenannten Eliminationsdiät stellen oder auch ausschließen. Dabei werden dem Tier mindestens 8 Wochen lang entweder zu Hause zubereitete reine Futtermittel oder eine Spezialdiät der Fa. Hill`s angeboten.

Bei der „Hausmannskost“ werden dem Tier Nahrungsbestandteile, die es noch nachweislich nie in seinem Leben bekommen hat, in Reinform gefüttert.

Die zur Zeit empfehlenswerte Diät besteht aus Pferdefleisch als Proteinquelle mit Kartoffeln als Kohlenhydratenlieferant. Das genaue Rezept erfahren Sie bei uns an der Rezeption.

Die zweite Möglichkeit zur Austestung der Futtermittelallergie ist das verfüttern der Spezialdiät „Hill’s canine/feline z/d ultra“ oder Vet Concept „Dog Sana“.

Dieses Futter – und nur dieses zur Zeit auf dem deutschem Markt! – beinhaltet ausschließlich hydrolytisch gespaltene Eiweißkörper als Proteinquelle in der Nahrung. Auf diese Proteinmoleküle unterhalb der kritischen Molekulargröße erfolgt im Körper nachgewiesenermaßen keine allergische Reaktion, da das Immunsystem sie nicht als Allergen erkennt.

 

An dieser Stelle muß es betont werden, dass eine Eliminationsdiät nur dann

Sinn hat, wenn sie mit Konsequenz durchgeführt wird. Bitte lassen Sie es alle Familienmitglieder und auch Freunde, Bekannte, Nachbaren und Leute am Hundeplatz wissen, dass es unsinnig ist den Hund mit der Spezialnahrung wochenlang zu füttern und dabei mal zur Belohnung oder weil der arme Kerl so einseitig ernährt wird, ab und zu mal paar Leckerli anzubieten!

Ergebnis wochenlanger Bemühungen wird durch diese unüberlegte Handlung innerhalb von Sekunden zunichte gemacht!

Es versteht sich von selbst, dass bei einer freilaufenden Katze keine Eliminationsdiät durchführbar ist.

Nach spätestens 8 Wochen sollte sich beim Vorliegen einer Futtermittelallergie der Juckreiz verschwinden und die entzündete Haut sich erholt haben. Wenn dies der Fall ist, kann man von einer Futtermittelallergie ausgehen. Ein sicherer Beweis ist, wenn nach Zufüttern der ursprünglichen Nahrung die Symptome erneut auftreten.

 

Wie kann man andere Ursachen ausschließen?

Auch andere Hauterkrankungen können zu Juckreiz führen. Deshalb ist es unerlässlich diesen Problemkreis nach einer gründlichen Allgemeinuntersuchung durch Blutuntersuchung (Organerkrankungen, Autoimmungeschehen), Tupferproben (auf Bakterien, Pilze), Hautgeschabseln (auf Parasiten) einzugrenzen. Manche Veränderungen der Haut können durch eine Gewebeprobenentnahme und anschließender Histologie im Speziallabor abgeklärt werden.

Nach Ausschluß aller sonst in Frage kommenden Erkrankungen wird die Diagnose Allergie gestellt. Über weiterführende Tests wird anschließend versucht die tatsächliche Ursache herauszufinden.

 

Es werden im Wesentlichen zwei Testverfahren Unterschieden:

1.              Hauttest oder Intrakutantest

Dabei werden dem Tier verschiedene Allergene (Stoffe aus vermeintlich Allergie erzeugenden Substanzen wie versch. Pollen, Hausstaubmilben, Flohspeichel, usw.) nach großflächigem Entfernen der Haare in die Haut gespritzt. Bei der dabei auftretenden Schwellung wird im Bezug auf eine Positiv-, und Negativkontrolle festgestellt ob die injizierte Substanz eine stärkere Entzündung hervorruft und damit als Allergen in Frage kommt, als andere.

2.              Bluttest

Bis auf eine Futtermittelallergie können die anderen Allergien durch den Nachweis von spezifisch gegen das Allergen gerichteten Substanzen (Rezeptoren an einer Abwehrzelle in der Blutbahn) nachgewiesen werden.

Mit diesem, in den letzten Jahren entwickelten Test werden 86% der Allergiker als solche erkannt, wobei 92% der klinisch Gesunden nicht auffällig sind und dadurch nicht fälschlicherweise einer Therapie zugeführt werden. Diese Zahlen können sich sehen lassen und versprechen eine hohe Trefferquote bei der Suche nach allergischen Patienten. Der große Vorteil dieser Methode liegt bei der einfachen Durchführbarkeit (einmalige Blutentnahme).

 

Die Allergene sind bekannt, was tun?

Allergenvermeidung ist das oberste Gebot. Bei einer Futtermittelallergie nach einer erfolgreichen Eliminationsdiät ist die Aufgabe einer Diät zu finden, die vom Patienten vertragen wird. Bei der Suche für ein geeignetes Futter kann man entweder ein speziell für das allergische Tier zugeschnittenes Rezept zusammenstellen lassen (möglich im Institut f. Tierernähung an der LMU München), oder versuchen von den vielen auf dem Futtermittelmarkt angebotenen sog. Allergiediäten eine zu finden, die tatsächlich vom eigenen Tier vertragen wird. Auf keinen Fall sind diese Futtermittel geeignet eine Futtermittelallergie auszutesten.

 

Bei einigen Allergieformen, wie z.B Allergie gegen Hausstaubmilben oder Pollen ist es extrem schwierig, wenn nicht unmöglich das Allergen gänzlich zu meiden. Bei leichteren Allergien über kurze Zeiträume im Jahr gelingt es, bei einem Teil der Tiere die kritische Zeit durch Gabe von Medikamenten zu überbrücken.

Schwierig sind Fälle mit schweren Entzündungen und starkem Juckreiz. Besonders Allergien gegen viele Substanzen und mit Symptomen über längere Zeiträume stellen ein ganz besonderes Problem dar. In diesen Fällen kann eine Hyposensibilisierung in Betracht gezogen werden.

 

Die Hyposensibilisierung

Bei diesem Verfahren werden dem allergischen Organismus die vorher ausgetesteten, für die Allergie verantwortlichen Allergene in steigenden Konzentrationen injiziert. Dabei soll das Immunsystem an die Allergene „gewöhnt“ werden. Die Hyposensibilisierung heilt die Allergie nicht. Sie soll nur die allergische Reaktion soweit herabsetzen, dass die Lebensqualität verbessert wird.

Verbesserungen können nach wenigen Wochen vorliegen, oft auch erst nach mehreren Monaten. Bei über 70% der Fälle ist mit einer Verbesserung zu rechnen. Sie kann von einem Teilerfolg mit mehr oder weniger großer Linderung bis zum vollständigen Verschwinden des Juckreizes reichen. Wiederholungen der Therapie sind fast immer notwendig.

 

Sprechzeiten

nach telefonischer Vereinbarung

Montag - Freitag

9:00 - 12:00 Uhr

 

Mo., Di., Do., Fr. 

15:00 - 18:00 Uhr

 

Samstag

10:00 - 12:00 Uhr

 

Kontakt

Tel. 07761-57798

Fax 07761-919650

 

NOTFALL AUSSERHALB DER SPRECHZEITEN:

Der Notdienst an Wochenenden und Feiertagen ist im LK Waldshut unter Kollegen geregelt. Nach Anruf der Praxisnr. 07761-57798 erfahren Sie die Nr. der diensthabenden Praxis.

Siehe auch "Notdienst" in der Menüleiste.

 

Unter der Woche bis 22:00 Uhr rufen Sie mein Mobiltelefon:

0160 917 73 225

In der Nacht ist für dringende Notfälle die Tierklinik Partners in Wehr

Tel. 07762-806280 zuständig.